Es gibt sie noch, die guten Texte.

Früher war alles besser. Stimmt nicht? Stimmt doch. Ein bisschen. Wenn es um Gebrauchsgegenstände geht, packt uns die Nostalgie. Die Haptik von Holz und Metall, von Leder und Leinen schlägt Plastik und Mikrofaser um Längen. Wenn’s nicht so teuer wäre, würden wir alles in dem Laden kaufen, der sie noch hat, die guten Dinge.

Kein Selfie wird Jahrzehnte überleben

Allein sind wir damit nicht. Viele wissen oder ahnen, dass in einer Welt der Pics und Pixel die Flüchtigkeit regiert. Nichts bleibt, nichts hat Bestand. Nichts behält auf Dauer sein Wert. Wenn wir Uromas kleinformatige, schwarzweiße Kinderbilder aus der alten Zigarrenkiste kramen, dann ist uns zugleich bewusst, dass keine Bilder von uns jemals auf unsere Urenkel überkommen werden. Zwar gibt es hunderte Fotos und Selfies von uns auf dem Smartphone, dem Tablet und dem PC. Aber nicht eines davon wird Jahrzehnte überleben.

Die Gegenbewegung ist schon spürbar. Immer mehr Menschen wollen Qualität, die von Dauer ist. Etwas Solides, von Hand Gemachtes, mit Liebe und Können gearbeitet, mit Wertschätzung erworben. Das ist, natürlich, ein bisschen teurer. Aber es lohnt sich gerade darum: Weil es nicht billig ist.

Text mit Charakter

Was das mit Text zu tun hat? Text auf vielen Websites und fast überall in den Social Media ist nur noch Digitaldeutsch. Grammatik und Orthografie spielen keine Rolle mehr. Aber was viel schlimmer ist: Schönheit und Eleganz der Sprache gehen verloren. Ihr Reichtum. Ihre Ausdrucksvielfalt. Das interessiert doch keinen, heißt es.

Mag sein. Oder besser: Es interessiert nur wenige – aber diese wenigen haben Anspruch und Haltung. Wenn sie etwas zu sagen haben, dann brauchen sie Text mit Charakter. Hingeschrieben vielleicht nicht mit dem Federkiel – das wäre des Guten denn doch zuviel – aber gedruckt auf feinem Papier. Text zum Anfassen, Text zum Lesen, Text, der hält und nachhallt.

Ja, es gibt sie noch, die guten Texte. Wir freuen uns über jeden, der sie schätzt. Und schreiben sie besonders gern.